Um dem Trend der zunehmenden „Entfremdung“ zur Landwirtschaft entgegenzuwirken und wieder zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit den Menschen sowie ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum beizutragen, ist im Januar 2007 das Projekt „LernErlebnis Bauernhof“ im Sächsischen Landesbauernverband e. V. entstanden.
Gerade junge Menschen verlieren immer mehr den Bezug zu den Lebensgrundlagen. Alle Erfahrungen haben gezeigt, dass Schulbücher und theoretische Unterweisungen keine Hoferkundung vor Ort ersetzen.
Die Bildungsarbeit von Landwirten in Form von Projektangeboten für Kindergärten und Schulklassen ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Berufsstandes und für die Anerkennung der eigenen Arbeit auf dem Betrieb ein wichtiges Wirkungsfeld. Kindern und Jugendlichen wird dabei nicht nur der Ursprung unserer Lebensmittel nahe gebracht, ein Einblick in das Berufsfeld gegeben und ökologische Zusammenhänge veranschaulicht, sondern auch ein Stück weit hin Lebenswelt, wirtschaftliches Handeln, Heimatverbundenheit und Kompetenzentwicklung durch aktive Mitarbeit vermittelt.
Zwischen Bildung und Landwirtschaft ist im Allgemeinen kaum eine Infrastruktur vorhanden, die einen direkten Kontakt eröffnet. Es fehlt an Strukturen, die einerseits den Lehrkräften darlegt, welche pädagogischen Angebote auf welchen Betrieben möglich sind und andererseits dem Landwirt bei der organisatorischen Arbeit eines Schulklassen bzw. Kindergruppenbesuches unterstützt.
Daher möchte das Projekt „LernErlebnis Bauernhof” den Bildungs- und Agrarbereich besser vernetzen. Ziel ist es, den Bildungsbeitrag eines Bauernhofes verstärkt in die Wahrnehmung allgemein bildender Schulen aber auch des Vorschulbereichs zu rücken.
Mit der sächsischen Koordinationsstelle für den Lernort Bauernhof soll eine Struktur zur Verfügung stehen, die für Kindergruppen und Schulklassen Besuche auf landwirtschaftlichen Betrieben durch Informationen, Angebote und Adressenweitergabe vereinfacht, ermöglicht oder vermittelt.