10.04.2018

Landesversammlung getagt

Alljährlich treffen sich die Delegierten der Regionalbauernverbände zur Landesversammlung des Sächsischen Landesbauernverbandes e.V. zusammen und werten das vergangene Jahr aus.
So trafen sich rund 160 Landwirte am 10. April im Groitzscher Hof zu Klipphausen, um Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges zu besprechen. Präsident Vogel sprach im Tätigkeitsbericht des Vorstandes und des Präsidiums über Dumpingpreise, Gesetzesänderungen und weitere Bürokratie. Doch es gab auch Positives im Tätigkeitsbericht: Zum Beispiel schwärmten rund 50.000 Besucher auf die Leipziger Landwirtschaftsmesse „agra“ – neuer Rekord. Man möchte meinen, so mancher Stadtbewohner kam auch vorbei, denn noch nie wurde so fleißig nachgefragt wie im Jahr 2017. Zusätzlich stärkt der SLB die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern. Franzosen, Schweizer, Amerikaner – alle sind interessiert an der sächsischen Landwirtschaft. Stolz erinnerte Vogel daran, dass Deutschlands bester Ausbildungsbetrieb aus Sachsen stamme, wo stets viel Wert auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung gelegt wird. Natürlich wurde die Agrarpolitik nicht außer Acht gelassen: Das zur Verbandsklausur entwickelte Positionspapier zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 empfindet Präsident Vogel als ein Muss für das Engagement des Verbandes gegenüber der Politik. „Eine verlässliche GAP nach 2020 ist Grundlage für eine unternehmerische und nachhaltige Landwirtschaft im Freistaat“, so Vogel. Mit dem Sachverhalt der Afrikanischen Schweinepest griff Vogel ein weiteres emotionales Thema auf. Währenddessen in Osteuropa die Seuche bereits ausgebrochen ist, sind die Deutschen noch in der Vorbereitungsphase eines Ausbruchs. Etwas Positives sieht Vogel dennoch: „Wir haben es geschafft, dass über die Seuche gesprochen wird, ohne dass diese hierzulande bereits vorhanden sei“. Dennoch muss die Öffentlichkeit mehr über Infektionswege und Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden.
Höhepunkt der diesjährigen Landesmitgliederversammlung war der Besuch des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, begleitet von Staatsminister Thomas Schmidt. In seiner Rede zum Thema „Landwirtschaft auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“ sprach der Ministerpräsident seine vollste Unterstützung der sächsischen Landwirte aus. Auch in der Entwicklung der künftigen Agrarpolitik können Sachsens Bauern auf die Unterstützung des Lausitzers bauen. „Das Bild der Landwirtschaft muss in der Öffentlichkeit geändert werden“, so Kretschmer. Er steht für eine „offene Kommunikation“, in guten wie in schlechten Zeiten, bemängelt allerdings, dass die meisten Diskussionen über Sachverhalte im ländlichen Raum von Menschen geführt werden, die nur wenig bis gar nichts mit diesem zu tun haben. „Es muss eine Lösung getroffen werden, dass vor allem die Betroffenen aus dem ländlichen Raum zu Wort kommen“, so der Wortlaut des Ministerpräsidenten. Zuspruch gab es vom Staatsoberhaupt in Sachsen Breitbandausbau. Der Freistaat wird diesem zu 100% selbst finanzieren, die sächsischen Gemeinden müssen keine Zuzahlung für diesen fürchten. Allerdings ruft er die Oberbürgermeister der Gemeinden auf, Initiative zu zeigen sich für den Breitbandausbau einzusetzen, um möglichen Bürgerinitiativen entgegen zu wirken. Zusätzlich wird sich Kretschmer für einen Bestandsschutz der Schulen und Kindergärten im ländlichen Raum einsetzen. Wichtig sei auch, dass vor allem städtische Schulen den Kontakt zur Landwirtschaft suchen, um die Wertschätzung der Lebensmittel bereits im Kindesalter zu entwickeln.
Beendet wurde die Landesversammlung nach den Ehrungen verdienstvoller Mitglieder mit der Abstimmung der Delegierten zum Besuch des Deutschen Bauerntages in Wiesbaden im Juni. Präsident Vogel teilte den Besuchern zugleich freudig mit, dass Sachsen Gastgeber des Deutschen Bauerntages 2019 sein wird.



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