10.03.2017

Sachsens Bauern lehnen jede Umschichtung ab!

Der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, Wolfgang Vogel, kommentierte am 22. Februar 2017 die Diskussion zur Umverteilung mit den Worten: „Hände weg von den EU-Agrarzahlungen der ersten Säule“.

Flächengebundene Direktzahlungen an unsere Bauern sollen die höheren Kosten für gesellschaftlich geforderte Leistungen und die Erfüllung von europäischen Standards über dem Weltmarktniveau einkommenswirksam ausgleichen. Mit der letzten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union wurde den Mit-gliedsstaaten eine Option an die Hand gegeben, einen Teil, nämlich bis maximal 15 Prozent, zusätzlich an die ohnehin zur Verfügung stehenden Mittel für Leistungen im Ökolandbau, bei den Agrarumweltmaßnahmen, im Verbraucher-, Gewässer-, Klima- und Tierschutz zu binden.

„Mit der heutigen 6-Prozent-Entscheidung im Bundesrat hat sich die deutsche Politik trotz lang anhaltender Agrarpreiskrisen mehrheitlich für eine zusätzliche Einkommenskürzung ab 2018 bei den deutschen Bauern ausgesprochen. Auch der Hinweis, die Landwirte könnten sich das Geld durch zusätzliche Umweltleistungen zurückholen, läuft ebenso ins Leere, da die dafür erforderlichen Mehrkosten nicht berücksichtigt werden“, kritisiert der SLB-Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann.

„Die bereits heute geltende Umverteilung von 4,5 Prozent schmälert die Einkommen in Deutschland um 230 Mio. Euro jährlich. Mit den beabsichtigten 6 Prozent wären es dann über 300 Mio. Euro. Unseren sächsischen Bauern werden jetzt schon über 12,3 Mio. Preisausgleichszahlungen entzogen, die ab 2018 um weitere 4,0 Mio. auf 16,2 Mio. Euro jährlich anwachsen“, erklärt Uhlemann.

Nach einer aktuellen Umfrage von topagrar online votierten lediglich 18 Prozent für diese erhöhte Umverteilung. Demgegenüber sprachen sich 56 Prozent der Teilnehmer gegen jegliche Umschichtungen, also null Prozent, aus. Daran wird deutlich, dass zusätzliche Leistungen wie in jeder anderen Branche, zusätzlich zu honorieren sind. Dies gilt für die Wirtschaft ebenso wie für die Politik und die Gesellschaft insgesamt.

„Der erneute Griff in die Taschen unserer Bauern wird zusätzlich negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage ihrer Betriebe zur Folge haben. Diese Änderung innerhalb der Förderperiode (2014 bis 2020) ist ein erneuter Vertrauensbruch gegenüber den Landwirten. Die Mitglieder unseres Verbandes erwarten, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Deutschen Bundestag, wie auch der Freistaat Sachsen im Bundesrat, die Gesetzesinitiative ablehnt", so Uhlemann.


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