10.02.2017

Interessante Infoveranstaltung des RBV Bautzen - Kamenz

Unter der Überschrift "Freiberger Erklärung – wie können sich Jagdgenossenschaften einbringen" informierte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (LAGJE), Gunther Zschommler, die mehr als 50 am 09.02.2017 in Lehndorf versammelten Jagdvorsteher und sonstigen Mitglieder des RBV Bautzen – Kamenz e.V. über Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Jagdgenossenschaften, Jägern und Landwirten zur Minimierung von Wildschäden, vor allem durch Schwarzwild.
Zschommler empfahl den Abschluss von Mehrseitenvereinbarungen zwischen Jagdrechtsinhaber (Jagdgenossenschaft), Jagdrechtsausübenden (Jäger) und Flächenbewirtschafter (Landwirt bzw. Forstwirt) mit konkreten ortsbezogenen Maßnahmen zur Minimierung bzw. Verhinderung von Wildschäden. Bei Notwendigkeit sollte eine Nachbesserung bestehender Jagdpachtverträge mit dem Ziel der besseren Pflichterfüllung der Jagdausübungsberechtigten zur Wildbestandsregulierung erfolgen.
Wie Zschommler weiter ausführte, ist bei Schwarzwild der konsequente Abschuss in der Jugendklasse zwingend erforderlich. Die Strecke sollte in der Summe 70% Frischlinge (vorrangig gestreifte), 20% Überläufer und 10% ältere Bachen betragen. Zur Bejagung sollten sowohl in den Gemeinschaftsjagdbezirken, als auch in den Eigenjagdbezirken wie Sachsenforst, verstärkt revierlose Jäger und Jungjäger einbezogen werden. Zschommler empfahl die gemeinsame revierübergreifende Bejagung (Stöber- und Bewegungsjagden) von durch hohe Wildbestände besonders gefährdeten Flächen und den Abschluss von sinnvollen Wildfolgevereinbarungen und Notwegevereinbarungen. Die Flächennutzer müssten ganzjährig gezielte Jagdmaßnahmen auf besonders gefährdeten Flächen unterstützen. Dazu sollten gemeinsame Strategien bereits vor der Aussaat bzw. dem Vegetationsbeginns festgelegt werden.
Ergänzend zu den Ausführungen von Zschommler sprachen Bernd Hohlfeld, Koordinator Agrar der Filialdirektion Sachsen der R+V-Versicherung, selbst Jagdvorsteher und Jäger, über aktuelle Versicherungsangebote für Jäger und Jagdgenossenschaften und Jens Pfau, Verbandsjurist des Sächsischen Landesbauernverbandes und Geschäftsführer der LAGJE, über Rechtsfragen im Zusammenhang mit Wildschäden.
Zahlreiche Fragen wurden gestellt und kompetent beantwortet. Der Vorsitzende des RBV Bautzen - Kamenz, Stefan Triebs, selbst Jagdvorsteher, eröffnete und leitete die Veranstaltung und schätzte sie am Ende als sehr gelungen ein. Niemand widersprach.


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